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Ramses lebt! Ein göttlicher Herrscher in Karlsruhe! #ramseslebt

Wusstet Ihr, dass Ramses II. 66 Jahre über Ägypten herrschte, er 100 Kinder hatte und seine Faust über 1 Tonne wiegt?

Diese spektakulären Details über den ägyptischen Pharao Ramses sind bei weitem nicht die einzigen Infos, die ich nach einer #ramseslebt Blogger-Einladung ins Badische Landesmuseum Karlsruhe mit zurück nach Hamburg nahm. Eine Reise, die es in sich hatte!

Die Ausstellung „Ramses – Göttlicher Herrscher am Nil“ wirft einen Blick zurück in die Zeit vor 3.300 Jahren in Ägypten. Im Jahr 1.279 v. Chr. bestieg Ramses den Thron und wurde Herrscher, oberster Priester und Richter über Ober-und Unterägypten. Sein Wort war Gesetz. Er besaß alle Güter unter, auf und über der Erde. Unter seiner Herrschaft erlebte Ägypten eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes. Sein Volk verehrte ihn als Gott auf Erden. Er verewigte sich in seiner 66-jährigen Herrschaft (nur die britische Queen kann da mithalten 😉) mit zahlreichen monumentalen Gebäuden und Skulpturen.

Und genau solche eindrucksvollen kolossalen Statuen sind in der Ausstellung hautnah zu erleben:

Ramses II. betend
Die unten abgebildete kolossale Standfigur aus Rosengranit begrüßt den Besucher gleich zu Beginn der Ausstellung. Beeindruckend! Sie hat ihren Ursprung sehr wahrscheinlich in einem Tempel in Theben und zeigt den Pharao in betender Haltung. Der Pharao war übrigens u.a. an seinem gold-blauen Kopftuch, dem Nemes-Kopftuch, mit der goldenen Schlange sowie dem langen Kinnbart erkennbar. Die Figur ist allerdings eine Besonderheit, da sie den Pharao im Gegensatz zu so vielen anderen Abbildungen nicht mit dem üblichem Königsschurz abbildet, sondern mit einem Schurz mit abstehendem Vorderteil, auf dem seine Hände flach aufliegen.

Ramses II. betend

Ramses II. Büste
Gleich im nächsten Ausstellungsraum begegnet uns eine monumentale Büste von Ramses II. Sie ist umrahmt von Säulen, herrschaftlich inszeniert aus Licht und Fäden. Bei der Büste handelt sich um einen Gipsabguss, den die Berliner Museen im Jahr 1873 anfertigen ließen. Das Original wurde 1816 im Auftrag des britischen Generalkonsuls Henry Salt durch den Abenteurer und Hydrauliktechniker Giovanni Battista Belzoni aus dem Sand des Totentempels, dem Ramesseum in Theben, nach London gebracht. Kein leichtes Unterfangen, da das Skulpturenbruchstück 7,25 Tonnen wiegt. Das Objekt wurde dann am 9. Januar 1819 im British Museum aufgestellt. Die weltberühmte Büste beeindruckt durch ihre Farbigkeit des Gesteins (Granit und Granodiorit) sowie der erkennbaren Farbreste der ursprünglichen Bemalung. Sie ist bis heute ein Höhepunkt für Londoner Museumsbesucher – und der Abguss nun für jene in Karlsruhe!

Sitzfigur Ramses II.
Diese wunderbare kolossale Sitzfigur des Pharaos aus Granit ist eine Leihgabe der Université de Strasbourg. Im Jahr 1933 wurden von Pierre Montet, Ägyptologe und Professor an der Universität Straßburg, bei einer Ausgrabung im ägyptischen Nildelta u.a. zwei Doppelstatuen entdeckt. Die beiden Figuren bilden ein Ensemble, sie sind sich ergänzende Gegenstücke. Die hier zu sehende Statue wurde 1939 dem französischen Staat geschenkt und kam so nach Straßburg. Die Figur zeigt Ramses II. auf einem Thron sitzend. Das Gegenstück befindet sich in Kairo.

Ramses II. Faust
BÄM! Diese gigantische geballte Faust wiegt 1.390 kg, ist ungefähr einen Meter groß und ist aus Rosengranit. Die Faust stammt von einer Kolossalstatue Ramses‘ II. mit einer geschätzten Größe von 15 Metern. Der genaue Fundort der vor über 200 Jahren gefundenen Faust, und somit auch einer zuordnenbaren Statue, lässt sich heute nicht mehr genau ermitteln.

Ramses II. Relief
Dieses Kalksteinrelief aus dem Tempel von Abydos ist um 1275 v. Chr. entstanden und eine Leihgabe des Musée du Louvre, Paris. Es zeigt Ramses II. zwischen zwei Gottheiten. Auf der linken Seite ist der Gott Horus abgebildet. Er hält die Hieroglyphe anch (Leben) vor das Gesicht des Pharaos. Zur rechten des Herrschers wird sehr wahrscheinlich Isis gezeigt. Das Relief zeigt die Einführung Ramses‘ II. in das Königsamt.

Relief

Ramses II. als Familienvater
Die Ausstellung beleuchtet viele Aspekte aus dem Leben des Ramses II.: er war Bauherr, Stratege, Kriegsherr, Friedensstifter, aber auch Ehemann und Vater. Eine Schautafel berichtet von sieben Hauptfrauen und zahlreichen Nebenfrauen. Einen besonderen Platz im Herzen von Ramses II. hatte Nefertari. Inschriften berichten von ihrer Schönheit und der Zuneigung, die der Pharao ihr entgegenbrachte. Seine Frauen brachten ungefähr 100 Kinder auf die Welt, die namentlich bekannt sind. Die Nachfolge Ramses‘ II. trat übrigens sein Sohn Merenptah im hohen Alter an. In der Sonderausstellung werden auch Fundstücke aus den Gräbern seines Sohn Chaemwese oder seiner Gemahlin Nefertari (zusammen mit ihrem kostbaren Schmuck!) präsentiert.

Das Ramses-Lab: Ramses II. im Tod
Ramses II. starb im Jahr 1213 v. Chr. Er wurde mumifiziert, um nach altägyptischem Glauben im Jenseits und somit dem Leben nach dem Tod erhalten zu bleiben. Seine Organe wurden entnommen, sein Körper mit Natronsalz ausgetrocknet und mit Leinentüchern umwickelt. Ramses‘ II. Mumie wurde ursprünglich in einer unterirdischen Grabkammer im Tal der Könige beigesetzt. Allerdings setzten Plünderungen und Unwetter seiner Ruhestätte stark zu. Seine Mumie wurde bereits in der Antike zweimal umgebettet. Im Jahr 1881 fanden Archäologen seine Mumie im Grab eines Hohepriesters, von wo aus sie ihre Reise ins Ägyptische Museum in Kairo antrat. Dort allerdings setzten Ramses II. die hohe und schwankende Luftfeuchtigkeit im Laufe der Jahre stark zu und so wurde seine Mumie im Jahr 1976 zur Konservierung in ein Speziallabor nach Paris gebracht. Es wurde ein starker Pilzbefall festgestellt, der von einem Team aus über 90 ägyptischen und französischen Wissenschaftlern bekämpft wurde. In Paris wurden an der Mumie ausgiebige Untersuchungen durchgeführt. So konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass Ramses II. mit ungefähr 90 Jahren eines natürlichen Todes starb. Interessierte können den Pharao in seiner ägyptischen Heimat – im Museum in Kairo – antreffen.

Ramses-Lab

Eine kindgerechte, digitale und umfangreiche Ausstellung
Wirklich gut gefielen mir u. a. die „Katzen-Schilder“ in der Ausstellung! Denn diese führen die jungen Besucher nicht nur zu einer echten Katzenmumie, sondern nehmen sie in verständlicher Sprache und vielen spannenden Hintergrundinformationen mit in die Welt der Pharaonen. Und Humor beweisen die Ausstellungsmacher bei der Beschilderung zur Toilette.  Herrlich!

KatzenschilderBeschriftung

Auf einer großen Projektionsfläche wird die Schlacht von Kadesch, einem Kampf zwischen Ramses II. und den aus Anatolien stammenden Hethitern, großflächig animiert und somit sehr modern und informativ aufbereitet. Ramses‘ II. diplomatisches Geschick in dieser Schlacht gipfelte Jahre später im ältesten schriftlichen Friedensvertrag der Weltgeschichte, der übrigens heute auszugsweise die Wände des UNO-Gebäudes in New York schmückt.Animation

Die Ausstellung zeigt viele einzigartige und kostbare Artefakte, wie Siegel, Sphingen, Skarabäen, aber auch Gefäße, Amulette, Schminkbüchsen, Holzkämme, Halskragen mit Perlen sowie Stelen und Reliefs. Der Besucher kann unglaublich viel entdecken und komplett in die Welt Ägyptens eintauchen. Ich bin von den überdimensionalen Rauminszenierungen, der gesamten Präsentation und Aufbereitung der Ausstellung absolut begeistert! Ein AusstellungsMUSS!

Get-Together
#ramseslebt war ein rundherum gelungenes Event! Es gab nicht nur eine interessante Kuratorenführung mit Lars Petersen durch die Ausstellung, sondern vorab noch eine Stadtführung bei besten Wetter. Wusstet ihr das die Spuren Ägyptens überall in der Karlsruher Innenstadt vorzufinden sind? Ein Obelisk auf dem Rondellplatz ist das Wahrzeichen der Stadt Karlsruhe und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den Architekten Friedrich Weinbrenner errichtet. Ein Sphingenpaar findet sich im Botanischen Garten. Und auf dem Marktplatz ist eine kleine Pyramide zu sehen, welche aber eigentlich riesig ist, da der größte Teil unter der Oberfläche liegt – so die schmunzelnden Aussagen unseres Stadtführers. 😉

Nach den zwei Führungen genossen wir einen herrlichen Blick über Karlsruhe vom Turm des Badischen Landesmuseums sowie ein gemütliches Get-together bei ägyptischem Bier und Buffet. Wir wurden außerdem mit Powerbank, Bonschen und Pressematerial versorgt. Besser kann man so ein Bloggerevent nicht umsetzen! Ein herzliches Dank an Denise Rothdiener für die Einladung! Ich schaue mir mit Sicherheit auch eure folgende Ausstellung „Die Etrusker“ an! Und vielleicht darf man es hier auch schon andeuten: Ich freue mich auf unser gemeinsames SocialMedia Event am 26. Juni, wenn wir mit weiteren Museen den archäologisch-digitalen Raum bespielen werden!

Last Chance!
Jetzt aber schnell! Nur noch bis zum 18. Juni habt ihr die Gelegenheit, diese beeindruckende Schau in Baden-Württemberg anzuschauen! Nutzt die verlängerten Öffnungszeiten am letzten Wochenende der Ausstellung: Fr 16.6. bis 21 Uhr, Sa 17.6. bis 23 Uhr. Es lohnt sich!

Übrigens gibt es natürlich einen umfangreichen und reich bebilderten Katalog! Ich bin mit den 464 Seiten zwar noch nicht durch, da ihn mir gleich meine Kollegen am Archäologischen Museum Hamburg aus den Händen gerissen haben, aber er bietet jedem Besucher noch einmal die Gelegenheit, daheim in die Tiefen der ägyptischen Geschichte einzutauchen.

Kategorie: Mitgemacht

von

Nach meinem Abitur und einjährigem Auslandsaufenthalt in den USA, ging es zum Studieren der Kultur- sowie Betriebswirtschaft an die Universität Passau.Während meines Studiums absolvierte ich verschiedene Auslandsaufenthalte und Praktika. Von 2006 bis 2009 ging es für mich dann in den Norden. Ich wurde im Bereich des Organisationsbüros sowie der Öffentlichkeitsarbeit am Theaterschiff Bremen und seinen drei angegliederten Theatern engagiert. Zudem arbeitete ich im Projektmanagement für verschiedene Kulturveranstaltungen. Seit 2010 bin ich mit dem Schwerpunkt Marketing/Grafik/Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit des Theaters Heilbronn tätig.

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